News, 30.06.2020

Aktionsplattform «Close the Glass Loop» startet mit ehrgeizigem Recyclingziel

Brüssel und Bülach, 30. Juni 2020 – Nach einer herzlichen Begrüssung durch EU-Kommissar Virginijus Sinkevičius haben Interessenvertreter aus dem Bereich Glassammlung und -recycling heute ein grosses Programm gestartet, das das gesamte europäische Ökosystem für Glasverpackungen miteinander verbindet – mit dem Ziel, das Flasche-zu-Flasche-Recycling zu fördern.

Dieser Schritt soll die Konsolidierung der europäischen Kreislaufwirtschaft nach der Verabschiedung des European Green Deals, der neuen EU-Agenda für nachhaltiges Wachstum, vorantreiben. Als Verpackungsmaterial, das unendlich oft recycelt werden kann und eine Recyclingquote von 76 % aufweist, ist Glas bereits seit Langem führend im Bereich der Zirkularität. Die europaweite Aktionsplattform «Close the Glass Loop» ist eine von unten nach oben gerichtete, kooperative, öffentlich-private Partnerschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Glassammelquote bis 2030 auf 90 % zu steigern. Hinter der Initiative stehen zwölf europäische Verbände, die Glashersteller, -verarbeiter und -marken, Organisation für die Verwertung von Verpackungen sowie Kommunen vertreten.

Die europäischen Gründungspartner sind der Europäische Verband für Behälterglas (FEVE), der Europäische Verband der Glasrecycler (FERVER), das Comité Européen des Entreprises Vins (CEEV), die European Federation of Bottled Waters (EFBH), spiritsEUROPE, Soft Drinks Europa (UNESDA), die Extended Producer Responsibility Alliance (EXPRA), die Producer Responsibility Organisations Packaging Alliance (PROsPA, vertreten durch CITEO), ACR+, Eurocities, Municipal Waste Europe, der Europäische Fruchtsaftverband (AIJN) und European Association of Food and Vegetable Processors (PROFEL).

Um die lokale Umsetzung der Massnahmen und massgeschneiderte Lösungen zu gewährleisten, wird die europäische Plattform Hand in Hand mit nationalen Partnern in jedem EU-Mitgliedsstaat arbeiten. 

Bei der heutigen Online-Einführungsveranstaltung kamen über 200 Teilnehmer sowie die Gründungspartner und nationalen Vertreter von elf Ländern (Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Portugal, Spanien, Vereinigtes Königreich, Österreich, Belgien, Schweden und Irland) zusammen, um die Plattform offiziell zu lancieren und die europäischen Aktionspläne zu unterzeichnen.

«Ein ganz konkretes Beispiel für einen gemeinsamen Ansatz in der Kreislaufwirtschaft»

Virginijus Sinkevičius, EU-Kommissar für Umwelt, Meere und Fischerei, nahm mit einer Videobotschaft an der Online-Veranstaltung teil. Darin erklärte er: «Glas ist ein tolles Beispiel für ein Kreislaufmaterial. Sie alle erzielen bereits exzellente Ergebnisse beim Sammeln und Recyclen. Aber heute beweisen Sie, dass Sie mehr tun wollen. Dass Sie entschlossen sind, die Recyclingquote in der gesamten EU zu erhöhen und Raum für Verbesserungen in der Wertstoffkette zu suchen. Ich bin zuversichtlich, dass Sie Ihren Auftrag erfüllen und die Plattform «Close The Glass Loop» zum Sprungbrett auf die nächste Ebene in der Abfallhierarchie machen werden.»

Der Europäische Aktionsplan, der von Michel Giannuzzi, Präsident des Europäischen Verbands für Behälterglas (FEVE), bei der heutigen Auftaktveranstaltung vorgestellt wurde, zielt darauf ab, strukturelle Herausforderungen in der Glassammel- und Recyclingkette anzugehen, die den meisten EU-Ländern gemein sind. Da die Kommunen als Schlüsselakteure für die Mobilisierung der Sammlung gelten, werden die Partner von «Close The Glass Loop» intensiv mit den Kommunen zusammenarbeiten. Ziel ist es, die an der Quelle getrennte Glassammlung auszuweiten, die Glassammlung in Grossstädten und touristischen Gebieten zu verbessern und sicherzustellen, dass Nutzung, Sammlung und Recycling von Glasbehältern in allen Phasen durch gemeinsame Richtlinien und Instrumente besser unterstützt werden. Die einzelnen Aktionspunkte reichen von der Organisation einer kommunalen Roadshow und Best-Practice-Workshops bis hin zur Vereinfachung von Pilotsammelprojekten in dicht besiedelten oder touristischen Gebieten, um einen Fahrplan für die Qualität der Glasscherben zu entwickeln und die Zusammenarbeit zwischen den nationalen Akteuren zu verstärken.

Bei der Erläuterung des Aktionsplans stellte Michel Giannuzzi, Präsident des Europäischen Verbands für Behälterglas (FEVE), fest: «Wir haben den Vorteil, mit einem Material zu arbeiten, das von Natur aus zu 100 % und unendlich oft recycelbar ist und bereits jetzt eine Erfolgsgeschichte in puncto Nachhaltigkeit darstellt. Je häufiger wir Glas recyceln, desto weniger verschmutzen wir die Umwelt oder müssen auf neue Rohstoffe zurückgreifen. Gleichzeitig können wir hochwertige Verpackungen in Bezug auf Qualitätserhaltung, Gesundheit und Sicherheit anbieten. Heute werden 76 % der Glasverpackungen auf dem EU-Markt zur Wiederverwertung gesammelt – aber es gibt noch viel Raum nach oben. Wir müssen die Vorteile von Glas voll ausschöpfen und mehr und besser recyceln. Und dazu brauchen wir das aktive Engagement der gesamten Wertschöpfungskette. Das bisherige Engagement bei Close The Glass Loop ist eine vielversprechende Erfolgsgrundlage. Ich bin sehr gespannt auf die positiven Auswirkungen, die die Initiative im Laufe der Zeit haben wird.»

Daneben wurde eine Reihe nationaler Aktionspläne aus Österreich, Frankreich und Schweden vorgestellt, die die vielfältigen Ansätze der EU-Mitgliedstaaten hervorheben und die Notwendigkeit massgeschneiderter Aktionspläne auf lokaler Ebene unterstreichen. Gleichzeitig spiegeln die Pläne die Bedeutung eines koordinierten Vorgehens auf europäischer Ebene wider, um bewährte Praktiken auszutauschen, die Erfassungslücke zu schliessen und die Qualität von Recyclingglas (Scherben) zu optimieren. Eine grössere Verfügbarkeit von hochwertigen Glasscherben bedeutet einen ressourceneffizienteren Produktionsprozess, der für die Produktivität der Ressourcen in einem Flasche-zu-Flasche-Herstellungskreislauf sorgt und ein hochwertiges, sicheres und 100%ig recyceltes Verpackungsmaterial liefert.

Die Herstellung von Glasverpackungen für Lebensmittel, Getränke sowie im Pharma-, Parfümerie- und Kosmetiksektor mit einem endlos recycelbaren, wiederverwendbaren und beständigen Material bedeutet weniger Verbrauch von natürlichen Ressourcen, weniger Abfall und weniger Energieverbrauch. Es entspricht damit dem Ziel, nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherzustellen (Ziele für nachhaltige Entwicklung, Ziel 12). Gleichzeitig kann die Industrie durch Glasrecycling ihren Energieverbrauch und ihre CO2-Emissionen in Übereinstimmung mit den Massnahmen zum Klimaschutz (Ziele für nachhaltige Entwicklung, Ziel 13) drastisch senken. 

Weitere Informationen über das Programm «Close The Glass Loop» sowie die europäischen und nationalen Aktionspläne sind auf der Website www.closetheglassloop.eu zu finden. 

Über Glasverpackungen

Glas wird aus recyceltem Glas und Mineralien hergestellt, die in der Natur reichlich vorhanden sind wie Sand, Soda und Kalk. Damit ist Glas ein 100%ig und unendlich wiederverwertbares Material, das in einem einstufigen Prozess unter einem Dach produziert wird. Die Mehrzahl der gesammelten Glasflaschen und -behälter wird in einem geschlossenen Kreislaufsystem wiederverwertet, um neue lebensmitteltaugliche Glasverpackungen herzustellen. Jedes Mal, wenn eine Flasche oder ein Glas recycelt wird, werden Energie und Rohstoffe gespart und es wird weniger CO2 ausgestoßen. In der EU werden durch die Wiederverwertung von Glas jährlich über 12 Millionen Tonnen Rohstoffe und über 7 Millionen Tonnen CO2 eingespart – das entspricht den Emissionen von 4 Millionen Autos. Mit 10 % des im Ofen recycelten Glases können 2,5 % Energie und 5 % CO2 eingespart werden.

Disclaimer

Dies ist eine übersetzte Version der Original-Pressemitteilung auf Englisch.