Sammlung und Aufbereitung von Altglas

Sortieranlage bei Vetrorecycling

Seit den frühen siebziger Jahren macht Vetrorecycling aus einer der guten Eigenschaften von Glas das Beste für die Umwelt. Glas ist ein natürlicher Stoff und zu 100 Prozent wiederverwertbar, ohne dass es an Qualität einbüsst. 1974 wurde Altglas noch mit Kehrrichtwagen an den Haustüren abgeholt, heute stehen in der Schweiz ca. 22'000 Glascontainer.

Unser Ziel: Rohstoffe sparen

Das Ziel war es damals – und ist es heute noch – die Rohstoffe über den Lebenszyklus der einzelnen Flasche hinaus wieder vollständig in die Produktion einzubinden.

Recycling spart Primärrohstoffe ein, vermeidet Abfall und senkt die CO2-Emissionen, denn bei der Herstellung von Glas braucht das Einschmelzen von Altglas viel weniger Energie als das Einschmelzen von Primärrohstoffen wie etwa Quarzsand.

Grafik Emissionsverbrauch

Je höher also der Anteil an Altglas bei der Produktion, desto höher der Energiespareffekt: Pro 10 Prozent Altglas spart man 3 Prozent Energie und 7 Prozent CO2-Emissionen.

Dank Ihnen kommt auch die Natur zum Zug.

Sie entsorgen Ihr Altglas im Container, wir kümmern uns um die Energiebilanz.

Ein Team von Partnern und Transporteuren kümmert sich um die regelmässige Entleerung der Container in den Gemeinden. Höchstens 25 Kilometer legt jede Scherbe aus einem der über 20'000 Container bis zum nächsten regionalen Zwischenlager auf der Strasse zurück.

Danach wird das Altglas wann immer möglich über die Schiene zur Aufbereitungsanlage verfrachtet.  Indem die Vetropack AG das Altglas mit der Bahn transportieren lässt, konnten allein im Jahr 2016 in der Schweiz circa 5’457 Lastwagenfahrten eingespart und 2.971 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.

Glasscherben

Die Weissen ins Töpfchen

Gemeinsam mit unseren Partnern verbessern wir laufend die Systeme zur Sammlung und Aufbereitung von Altglas, da bei der Herstellung von Glas die Trennung nach Farben ausserordentlich wichtig ist.

Die Qualität des Sammelguts und seine Aufbereitung sind entscheidend für die Energieeinsparung im Produktionsprozess: Unsortierte Scherben können nur zu grünem Glas eingeschmolzen werden. Für weisses Glas zum Beispiel muss es eben rein sortiertes weisses Altglas sein. Für die Herstellung von Weiss- und Braunglas kann man bis zu 60 Prozent Altglas verwenden, für neues Grünglas sogar bis zu 100 Prozent.

In der Aufbereitungsanlage sortieren Mitarbeiter am Förderband Fehlfarben, Porzellan, Keramik und andere Fremdkörper manuell aus. Im Glasbrecher erhalten die Scherben die für den Schmelzprozess optimale Körnung. In der Siebrinne werden weitere Fremdmaterialien und Überkorngrössen ausgeschieden. Metall- und Keramikteile werden mittels Magnettrommel, Metall- und Keramikabscheider aussortiert, Papier und andere leichte Materialien durch die Absauganlage entfernt. Nach einer letzten Kontrolle wird das aufbereitete Altglas der Glasproduktion zugeführt.

Energie sparen, Abfall vermeiden

Glasrecycling hat innert relativ kurzer Zeit zu einer bedeutenden Verringerung der Umweltbelastung geführt. Dank Glasrecycling und dem damit verbundenen technologischen Innovationsschub konnten Energieverbrauch, Abluftemissionen und Abfallbelastung in den vergangenen 25 Jahren um rund 75 Prozent gesenkt werden.

Fragen?

Im Prinzip genügt es, die Flaschen und Verpackungsgläser kurz mit kaltem Wasser auszuspülen. Die Papieretiketten können gern auf den Gläsern bleiben. Sie verbrennen bei den extrem hohen Temperaturen im Schmelzofen.

Ein echtes Problem sind Speisereste in den Gläsern, denn sie ziehen besonders im Sommer viele Insekten rund um die Container an. Für die Menschen ist das unangenehm, für Bienen bedrohlich, da sie sich durch Sporen in Honiggläsern an der «Faulbrut» infizieren können. Diese Seuche kann ganze Bienenvölker ausrotten.

Zum Schutz der Bienen: Honiggläser vor dem Entsorgen immer waschen!

Um weisses Glas herzustellen, muss der Altglasanteil aus rein weissen Scherben bestehen, um braunes Glas herzustellen, muss der Altglasanteil aus rein braunen Scherben bestehen. Damit das Sammelgut also zu 100 Prozent der Glasindustrie als Rohstoff für die Herstellung neuer Glasverpackungen zugeführt werden kann, muss es nach Farben sortiert sein.

Die Wiederverwertbarkeit ist auch der Grund dafür, dass Kristallgläser und Fensterglas nicht in den Altglascontainer gehören. Ihre chemische Zusammensetzung weicht von Verpackungsglas ab.

Alle farbigen Flaschen und Glasverpackungen gehören zum Grünglas.

Die Aluminiumdeckel werden wiederverwendet und die Kunststoffdeckel der Kehrichtverbrennungsanlage zugeführt.

Glas ist ein Naturstoff und bewegt sich in einem zu 100 Prozent geschlossenen Stoffkreislauf. Das bedeutet, es kann ohne Qualitätsverlust unendlich oft zu neuen Flaschen und Konservengläsern geformt werden.

Durch die vollständige Wiederverwertung gibt es weniger Abfall. Die Wiederverwendung von Altglas hat die Umweltbilanz der Glasproduktion enorm verbessert und zu guter Letzt: Das Einschmelzen von Altglas senkt den Energiebedarf und schont Primärrohstoffe. Recycling ist ökologisch die richtige Entscheidung.